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Unser Bienenprojekt

Öffentlichkeitsarbeit

Schwarzenberger Str. 7
08280 Aue


Tel.: 03771 5500-50
Fax: 03771 5500-14
silvia.lang @drk-asz.de

Ansprechpartnerin:

Silvia Lang
Betreuung Fördermitglieder und Spender

In der letzten Zeit hat man viel gehört und gelesen, wie wichtig Bienen sind. Dies nahmen wir zum Anlass, mit einem Imker Kontakt aufzunehmen und in unseren Einrichtungen Bienenstöcke aufstellen zu lassen. Über den gesamten Werdegang vom Erstkontakt zur Imkerei bis zum Einzug "unserer" Bienen im Frühjahr 2020 möchten wir an dieser Stelle berichten.

Februar 2020 - Viele bunte Entwürfe

Etwas verdutzt nahm ich in dieser Woche einen großen Umschlag aus unserer Kita „Am Stadtpark“ entgegen. Was könnten die mir denn schicken? Doch beim Öffnen war die Freude groß! Die Schneeberger Hortkinder haben sich Gedanken zu den Etiketten unseres Honigs gemacht, viele Bilder gemalt und Namensvorschläge eingereicht. Die Bilder sind richtig schön geworden, auf einigen ist sogar die Bienenkönigin zu sehen. Auch bei den Namensvorschlägen waren die Kinder kreativ: Kita Stadtpark-Honig, Kitahonig, Stadtparkauslese, Rot-Kreuz-Honig, Sum Sum Sum Honig, Glückshonig, Sumselmus – um nur einige Namen zu nennen. Nun kann meine Kollegin ja beginnen, Honigetiketten zu entwerfen.

Januar 2020: Wir informieren in unseren Einrichtungen

Am 22.01.2020 fand die erste Infoveranstaltung zu unserem Bienenprojekt statt. Imker René Weißbach war beim Elternabend in der Kindertagesstätte „Am Stadtpark“ in Schneeberg zu Gast. Während alle Erzieher und der Elternrat bereits in das Vorhaben eingeweiht waren, erfuhren die anderen Eltern erst zur Infoveranstaltung von den Plänen. Dabei gab es ganz unterschiedliche Reaktionen. Diese reichten von ungeteilter Unterstützung über leichte Zweifel bis hin zur Ablehnung.

Die Sorge der Eltern um ihre Kinder wegen möglicher Stiche durch die Bienen ist völlig verständlich. Herr Weißbach versicherte jedoch glaubhaft, dass die Gefahr von einer Biene gestochen zu werden, weitaus geringer ist als von einer aggressiven Wespe. Trotzdem empfahl er den Eltern, ihre Kinder vorsorglich auf eine Bienengiftallergie testen zu lassen. So stehen im Notfall gleich die notwendigen Medikamente zur Verfügung. Auch wir überlassen nichts dem Zufall und schulen unsere Erzieher zu Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Insektenstichen.

Bevor die Bienen einziehen, wird der Standplatz von Herrn Weißbach vorbereitet. Die Hausmeister unserer Kindereinrichtungen sorgen mittels Zaun bzw. natürlichen Hindernissen dafür, dass die Kinder nicht zu nahe an die Bienenstöcke herangehen können. So werden wir die Kinder vor den Bienen und die Bienen vor den Kindern schützen.

24.01.2020
Da unser Bienenblog offen und ehrlich informieren soll, berichte ich von allen Reaktionen auf das Projekt. Nach der Eltern-Informationsveranstaltung sprachen gestern bereits mehrere Eltern bei ihrer Kinderärztin vor, um ihm ihre Kinder, wie von Imker René Weißbach empfohlen, auf eine mögliche Insektengiftallergie testen zu lassen. Die Schneeberger Kinderärztin nahm deswegen gleich heute Kontakt zu Einrichtungsleiterin Claudia Janik auf und teilte ihr mit, dass es einen „vorsorglichen“ Allergietest nicht gibt. Um ein aussagekräftiges Testergebnis erzielen zu können, muss der Körper bereits einmal in Kontakt mit dem Gift gekommen sein. Die Ärztin hält es für richtig, dass alle Kita-Mitarbeiter Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Insektenstichen beherrschen, hat zum Projekt „Bienen in Kitas“ jedoch persönliche Bedenken.

Wir nehmen die Ängste unserer Eltern ernst, treffen uns noch einmal mit Imker Weißbach und klären die folgenden Fragen:
Ist der Standort sicher und nicht für die Kinder zugänglich?
Sind die ausgewählten Bienenvölker friedlich? Wenn nicht, wie schnell können sie von Herrn Weißbach durch ein anderes Volk ausgetauscht werden?
Sind unsere Mitarbeiter in Erster Hilfe geschult? Fühlen sie sich sicher in der Anwendung?

Hier in unserem Blog halten wir euch weiter auf dem Laufendem.

Dezember 2019: Der Vertrag

Am 3. Dezember 2019 war es dann soweit: alle Fragen waren beantwortet, die Stellplätze für die Bienenvölker standen fest und unser Geschäftsführer Thomas Illert stimmte dem Kooperationsangebot in allen Punkten zu. So stand dem Abschluss unserer Kooperationsvereinbarung nichts mehr im Wege.

Das DRK Aue-Schwarzenberg beherbergt ab 2020 auf der Dachterrasse seiner Geschäftsstelle und in zwei Kindereinrichtungen insgesamt 18 Bienenvölker. Gemeinsam mit Imker René Weißbach freuen wir uns auf eine informative und hoffentlich ertragreiche honigsüße Zusammenarbeit!

Jetzt halten die Bienen erst einmal Winterruhe. Eine Zeit, in welcher wir die Eltern in den Kindertagesstätten sowie die Bewohner in der Seniorenresidenz Nicolaipassage über unser Bienenprojekt informieren. René Weißbach erledigt notwendige Vorbereitungsaufgaben und wir machen uns Gedanken, wie das Etikett auf den Honiggläsern aussehen soll. Wenn das alles erledigt ist, werden wohl auch bald „unsere“ Bienen Einzug halten. Wir werden euch auch in Zukunft von unserem tollen Projekt berichten.

August 2019: Das Angebot

Nach unserem Gespräch am 13.08.2019 ging alles sehr schnell. Wie abgesprochen, besuchte René Weißbach die Kindertagesstätten in Schneeberg und Pöhla. Dabei rannte er bei den Leiterinnen Claudia Janik und Cathleen Solbrig offene Türen ein. Beide waren von dem geplanten Projekt begeistert und gemeinsam fand man geeignete Stellplätze.

Kurze Zeit später hielten wir die Konzeption für eine Kooperation zwischen der Imkerei Weißbach und dem DRK Aue-Schwarzenberg in den Händen. Diese enthält neben der Aufstellung von jeweils 6 Bienenvölkern und unseren Abnahmemengen auch das Angebot, in beiden Kindertagesstätten gemeinsam mit den Kindern die Bienenvölker zu besuchen. So werden die Kinder eng in das Projekt einbezogen, verlieren ihre Angst und erfahren viel Interessantes.

Am 20. August trafen wir uns noch einmal in der Auer Geschäftsstelle und stimmten die letzten Details ab. Herr Weißbrach brachte für die Frühstückrunde unserer Kollegen noch einmal zwei Honigsorten zum Verkosten mit. Irre, wie unterschiedlich die einzelnen Sorten schmecken. Wir sind schon ganz gespannt, wie im nächsten Jahr unsere Honigsorten schmecken werden – die Auer Straßenrandmischung, der Waldhonig aus Pöhla und der Honig aus dem Stadtpark in Schneeberg.

August 2019: Die Kostprobe

„Hallo Herr Weißbach, wir haben heute zu unserer Frühstücksrunde den Honig probiert, den Sie mir als Kostprobe überlassen haben. Na ja, was soll ich sagen. Muss der so bitter schmecken? Schmecken Stadtmischungen so?
Der Honig schmeckt am Anfang süß und wird dann ganz schnell bitter, wobei der bittere Geschmack wirklich allen unangenehm aufgefallen ist. Uns interessiert natürlich, ob „unsere“ Honigmischung auch so schmecken wird. Lässt sich so etwas überhaupt vorhersagen? Über eine kurze Information dazu wäre ich Ihnen sehr dankbar…“

Diese Mail schickte ich am 16.08.2019 an Herrn Weißbach, nachdem alle Kollegen zum Frühstück vom Honig gekostet haben. Es dauerte gar nicht lange bis Herr Weißbach zurückrief. Er bedauerte es sehr, mich nicht „vorgewarnt“ zu haben. Bei unserer Kostprobe handelte es sich um Lindenblütenhonig, der einen etwas speziellen Geschmack hat. Irgendwie waren es dieser Rückruf und die Erklärungen, die mich endgültig vom „Projekt Honig“ überzeugten. Ich informierte meine Kollegen und nachdem dann alle wussten, dass der Honig so schmecken muss, dann schmeckte er uns auch :)

Mai 2019: Der Erstkontakt zu „unserem“ Imker

Am 23.05.2019 meldete sich Imker René Weißbach aus Schlettau per Mail. Er bot an, in einem persönlichen Gespräch oder Telefonat alle weiteren Fragen zu beantworten.

Imkerei René Weißbach
Angerstr. 27
09487 Schlettau
Tel.: 0151/17433205
Onlineshop: www.allesbiene.de
Facebook: www.facebook.com/ImkereiReneWeissbach

Manche Dinge dauern ein bisschen länger und so kam es, dass das erste Gespräch erst am 13. August 2019 stattfand. Mit René Weißbach lernte ich einen Mann kennen, der für seine Arbeit mit den Bienen brennt und diese Begeisterung auch auf andere Menschen (meine Zweifel waren nie so ganz ausgeräumt) übertragen kann. Innerhalb kürzester Zeit erfuhr ich zum Beispiel, dass

  • Bienen ein friedliebendes Völkchen sind und auch in der Nähe von Kindern gehalten werden können
  • nach dem Start aus ihrem Bienenstock innerhalb kürzester Zeit eine Flughöhe von 2 Metern erreichen
  • über einen großen Sammelradius verfügen und nicht gleich in der direkten Nähe ihres Bienenstockes mit Sammeln beginnen
  • sich nicht wie Wespen für Kuchen, Bratwurst und Abfälle interessieren

Wir sahen uns gemeinsam die örtlichen Gegebenheiten auf der Dachterrasse der Nicolaipassage in Aue an und René Weißbach fand den Standort sofort brauchbar. Mit Hilfe eines Kompasses ermittelte er die Startrichtung der Bienen (übrigens nicht in Richtung Auer Nickelhütte sondern auf den Heidelberg mit seinen Gärten und Waldflächen). Auch die Entfernung zu den Sitzgruppen der Mieter des ServiceWohnen ist ausreichend, so dass sich keiner gestört fühlen wird.

Wir legten fest, dass ich die Leiterinnen unserer Kindertagesstätten „Am Stadtpark“ in Schneeberg und „Pöhlbachzwerge“ im Schwarzenberger Ortsteil Pöhla vorinformiere und René Weißbach anschließend beide Einrichtungen aufsucht. Dort macht er sich dann selbst ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten und klärt erste Fragen.

Zum Abschluss unseres Gespräches erhielt ich ein Glas Honig mit Werbeaufdruck als Kostprobe, welches ich in unserer Cafeteria allen Kolleginnen und Kollegen als Kostprobe zur Verfügung stellte. Was damit passierte, schreibe ich später.

März 2019: Unser Bienenprojekt - Die Idee

Mein Name ist Silvia Lang und ich bin beim DRK Aue-Schwarzenberg für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Da passieren einem auch mal solche Dinge, wie mir im Frühjahr 2019: Unser Geschäftsführer Thomas Illert teilte mir mit, dass er sehr gern auf der Dachterrasse unserer neuen Geschäftsräume in Aue sowie in unseren Kindertagesstätten Bienenstöcke aufstellen möchte. Ich solle doch Kontakt zu einem Imker aufnehmen und alles Weitere abklären. „Okay“, dachte ich verzweifelt und sah in meinem Kopfkino die Biene Maja und ihren Kumpel Willi hustend in den Schornstein der Auer Nickelhütte fallen.

Dennoch suchte ich im Internet nach Kontaktdaten und fragte u.a. beim Imkerverein Annaberg-Buchholz an. Da ich nach wie vor von diesem Projekt nicht überzeugt war, stellte ich gleich die für mich wesentlichsten Fragen:

  • Ist die Aufstellung von Bienenvölkern in einem Stadtgebiet wie Aue überhaupt sinnvoll?
  • Ist die Aufstellung in unmittelbarer Nähe einer Kindertagesstätte bzw. Seniorenwohnanlage zweckmäßig?
  • Gibt es Imker in der Region, die zusätzliche Stellflächen suchen?
  • Würden Sie uns einen Kontakt für ein Erstgespräch vermitteln?

Ich war erstaunt, noch am selben Tag eine Antwort zu erhalten. Herr Schwuchnow versprach, meine Anfrage an seine Vereinsmitglieder weiterzuleiten. Außerdem beantwortete er meine Fragen. Kurz und knapp die wichtigsten Aussagen:

  • Bienen in Aue – das geht
  • Bienen in der Nähe von Kindertagesstätten bzw. einer Seniorenwohnanlage – kein Problem, das stört die Bienen nicht.

„Okay“, dann also ein Bienenprojekt. Warum auch nicht?!